Hoch hinaus im Hochseilgarten
25. Oktober 2010
Oh man war das ein schweißtreibendes Erlebnis! Die Idee, mit meinen Arbeitskollegen einen gemütlichen Nachmittag im Hochseilgarten zu verbringen und etwas in den Baumkronen herumzuturnen, klang im Vorfeld als recht witzige und harmlose Angelegenheit. Doch was letztendlich daraus wurde, war in vielerlei Hinsicht NICHT das, was ich erwartet hatte. Spaß war allemal und in großem Maße vorhanden, doch die Herrausforderungen, die unser Team zusammen bewältigen musste, hatten es wirklich in sich – Rettungsaktion eingeschlossen! Aber ganz von Vorn:
Wir fanden uns am Samstag-Nachmittag am Eingang des Waldhochseilgartens Jungfernheide mit kleinerer Verspätung ein und versorgten und gleich mit der im Vorfeld reservierten Kletterausrüstung. Anschließend mussten wir einen Mini-Sicherungskurs hinter dem Anmeldehäuschen absolvieren, um die grundlegende Technik der Absicherung zu verinnerlichen. Was hier unten als sehr profan abgehandelt wurde, erweist sich als wahre Lebensversicherung, wenn man sich 10Meter über dem Erdboden in die Seile schmeißen will. Mittlerweile gut mit dem Schnappmechanismus der Karabiner-Haken vertraut machten wir uns frohen Mutes auf zum ersten Parcours.
Doch welcher Kurs sollte es denn nun werden? Ganz niedrig mit dem grünen oder blauen Kurs für Einstieger beginnen oder sofort los in den mittelschweren roten Kurs? Ohne große Klettererfahrung plädierte ich eindeutig für erste Wahlmöglichkeit… doch letztendlich entschieden wir – vorrangig wegen der nur noch wenig zur Verfügung stehenden Zeit bis Sonnenuntergang – gleich den Roten in Angriff zu nehmen. Naja, wie soll ich sagen: Der Aufstieg war noch das Einfachste an dem Parcours. Die ersten paar Hürden zeigten einem jedoch schon recht schnell, auf was man sich im Folgenden einstellen musste: viele wackelige Stellen, starke Beanspruchung der Arme bzw. Hände und vor allem viel, viel Willen zum Weiterkommen. Wer sich als Noobie (Anfänger) in 10-15 Meter höhe an einer Steilwand entlang hangeln muss und unter einem nur den nackten Waldboden sieht, dem steigt der Adrenalinpegel garantiert bis in die Haarspitzen.
An die Höhenlage hatte man sich nach einiger Zeit gewöhnt, und auch die Übungen wurden nur akkurat schwieriger, sodass man schnell Selbstvertrauen gewann. Die einzige Tatsache, die auf Dauer anstrengend wurde, waren die von den Stahlseilen stark beanspruchten Hände sowie die einschnürende Wirkung des Sicherheitsgurtes… insbesondere, um die Hüftpartie! Wenn der Gurt beim männlichen Athleten nur etwas lose/falsch liegt, der beißt beim gezielten Sprung ins Stahlseil sehr schnell die Zähne zusammen und verringert mit Sicherheit seine eigene Chance auf fähigen Nachwuchs. Aber auch die Damen berichteten von ähnlichen unangenehmen Schnürschmerzen bei falscher Handhabung.
Die Entscheidung, den weiteren Kursverlauf über den “Schwarzen Parcours” (Experten) zu wählen, brachte so manches Teammitglied in arge Bedrängnis. Gefangen wie im Spinnennetz und von Lachanfällen gestraft, schaffte es eine Kollegin nur mit Müh und Not, ihren Weg fortzusetzen. Doch gerade der Kollege, der am lautesten über diese Hilflosigkeit lachte, fand sich schon wenige Minuten später in der peinlicheren Lage: Da er zu wenig schwung über einen Abgrund nahm, blieb er auf der Hälfte der Strecke hängen und musste vom Servicepersonal befreit werden. Sehr zum Gelächter aller anderen kollegen und unter den Augen der übrigen Parkbesucher.
Auch wenn der Abend dann schnell hereinbrach und wir keine Möglichkeit mehr hatten, den “Schwarz Plus”-Kurs zu absolvieren, so kamen doch alle – bis auf den einen geretteten Kollegen – ins Ziel. Diese stolze Teamleistung die getrieben wurde von “Du schaffst es”-Zurufen und weiterer moralischer Unterstützung bei selbst schwierigsten Passagen, stärkte den Teamgeist nachhaltig. Wirklich jedes einzelne Mitglied avoncierte zum Helden. Unser Kletterevent wird uns deshalb bestimmt lange in Erinnerung bleiben… und die unfreiwillig komische Aktion des geretteten Kollegen wahrscheinlich sogar auf ewig
Deepwater – vorbei!
20. September 2010
Na wer sagts denn, die guten Leute von BP haben es endlich geschafft, das klaffende Loch am Meeresboden zu schließen und das böse böse Öl am Austreten zu hindern. Gott segne dieses tapfere Unternehmen, das sich schnell und technisch bestens vorbereitet in diese schwierige Situation warf… und lasse es danach doch bitte vom Blitz treffen!
Die Umwelt kann wirlich von Glück reden. Hätte der Faktor Zufall den BP-Arbeitern nicht dabei geholfen, mit der letzten möglichen Methode namens “Bottom Kill” das Leck zu schließen, wer weiß, wieviel schädliches Öl noch weiter ungehindert hinausgesprudelt wäre. Schlimm genug, was die vergangenen Monate ins Meer floss und die Küste wahrscheinlich auf ewig verseuchen wird.
Die Frage ist bei der ganzen Misere nur: wem müsste man eigentlich die Schuld geben? Der Regierung der Vereinigten Staaten, die den Bau einer ganzer Reihe dieser Tiefseebohrstationen vor ihrer Ostküste genehmigt hat – unbeirrt von den Risiken, die damit verbunden waren? Oder BP selbst, die lieber die Schuld beim Plattformbetreiber suchen und sich selber gern als Opfer sehen? Oder letztendlich sogar WIR, die Autofahrer, die BP sekündlich Benzin für unsere Transportmittel abkaufen und somit aus Millardären Multimillardäre machen, die sich keinen Dreck um regenerative Ressourcen scheren (damit lässt sich ja anscheinend zu wenig Geld verdienen)?!
Die Antwort auf die Frage ist schwer zu definieren, da je nach Blickwinkel betrachtet, andere Kriterien herangezogen werden. Zumindest brachte diese Katastrophe einige kleine Fortschritte, was das Denken zum Thema Öl angeht. Vorerst werden wohl keine solche Plattformen mehr gebaut, und auch die generelle Abhängigkeit von dem fossilen Brennstoff wird überall auf der Welt neu angedacht. Doch frage ich mich vor allem bei Letzterem, wieviele Wirtschafts- und Naturkatastrophen es eigentlich noch geben muss, bis wir endlich begreifen, das Öl allein nicht die Lösung für den Antriebsmotor der zukünftigen Weltwirtschaft sein kann.
Wie uns die Geschichte leider traurigerweise bewies, wird es auch dieses Mal wahrscheinlich nicht allzu lange dauern, bis all die furchtbaren Geschehnisse und der Ärger um den Öl-Sprudel in den Hintergrund treten. Um all die Millionen Vögel und Meereslebewesen, die bis heute an den Folgen dieser menschengemachten Katastrophe gestorben sind, weint schon morgen kein Mensch mehr… traurig, wenn da auch ein Held machtlos ist!
Über Burg und Knatsch nach Haus
14. September 2010
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Heimweg. Die letzte Station unseres Kurzurlaubes sollte die Burg Quedlinburg werden, die nur einen kleinen Umweg bedeutete und in dieser Gegend quasi zum Pflichtbesuch verpflichtet. Das Örtchen stellte sich in den frühen Morgenstunden als recht gemütlich und parkfreundlich herraus. Es wehte zwar ein kleiner Wind, aber die Sonne zeigte sich von ihrer guten Seite und bescherte uns warme Stunden.
Die Burg an sich war recht sehenswert, nur trübte die Tatsache, das man für das Innere der Burggebäude Eintritt zahlen sollte, den historischen Eindruck ein wenig. Nicht das wir als Urlauber kein Geld für Geschichte und Kultur ausgeben wollten … aber unser eh schon so klammer Urlaubsbeutel war schon reichlich überstrapaziert worden (ich sage nur: Geschenke für die Familie, oh weh). Na gut, der Schatz von Karl dem Großen hätte mit Sicherheit Eindruck bei uns hinterlassen. Aber wir sagten uns, das wir ja nicht das letzte Mal hier sein würden. Irgendwann, wenn wir genauso alt wie der Rest der typischen Quedlinburg-Touris sein würden, kämen wir mit Sicherheit zurück – was schätzungsweise in einem halben Jahrhundert wäre.
Aber wir wollen ja nicht hetzen. Genauso bezogen auf unsere Autofahrt. Ich weiß nicht mehr warum, aber irgendwie fingen sich meine Freundin und ich in den letzten Urlaubsminuten kurz vor der Abfahrt nochmal an zu zoffen. War bestimmt wieder etwas Banales, so wie in 95% der Fälle, in denen wir uns angiften. Der Schlagabtausch ging unentschieden aus, was beide Seiten weder zufriedenstellte noch uns in den Abgrund riss. Irgendwie verzogen sich dann die Dämmerwolken und wir vertrugen uns auf der Fahrt wieder.
In dem Zusammenhang stellte ich mir die Frage, ob wir überhaupt richtig streiten oder alles falsch machen, was falsch zu machen ist. Da fiel mir der Vortrag eines Bekannten ein, dem ich während eines süffigen Grillabends lauschen konnte (Grillabend mit Kumpels ist fast immer gleichzusetzen mit “Wissenschaftskongress zum Lösen der Menscheitsprobleme”). Anlass war die Frage, ob es überhaupt streitfreie Beziehungen gäbe könnte. Wir waren fest davon überzeugt, das es sowas bei Traumpaaren geben könnte. Doch das Gegenargument aus dem Vortrag klang durchaus plausibel:
Streiten lässt sich auf Dauer nicht vermeiden, sagte er, doch liegt die eigentliche Kunst eher im “Wie” des Streitens. Wer genau weiß, wie man Streitfragen richtig angeht, löst Probleme schneller als solche, die einfach drauflos streiten. Zu wissen, welche Situationen einen Streit provozieren, sei dabei genauso wichtig, betonte er. Man glaubt gar nicht, wie viel man bei einem solch alltäglichen Thema eigentlich nicht weiß und deswegen falsch macht. Er riet uns dazu, mal auf der Seite Streitseminar.de vorbeizuschauen, da hätte er die ganzen Infos nämlich her. Aber wie das so eben ist mit den Grillwurst-Gesprächen, so schweiften wir wieder schnell vom Thema ab.
Genauso wie ich es jetzt tat… aber naja, wir kamen noch gut Zu Hause an, packten unsere Sachen aus, unterhielten uns mit meinen Eltern, knuddelten den Hund und machten uns dann auf uns Bett. Ein erlebnisreicher und schöner Urlaub lag hinter uns, doch mussten wir uns jetzt erstmal erholen. Urlaub ist stressiger als man denkt, wenn er nur auf wenige tage zusammengerafft wird. Aber diesen Stress war es allemal wert.
Lieber Urlaub, machs gut!
Was für ein Brocken!
12. September 2010
Ohje, da habe ich doch tatsächlich die letzten 3 Blogposts für nur einen einzigen Tag genutzt. Das grenzt ja beinahe schon an Informations-Inflation! So geht das natürlich nicht weiter, aber auch ein Held muss erst einmal lernen, wie er sein Leben schmackhaft mundgerecht serviert. Heute gehts im Schnelldurchlauf durch die verbliebenen Urlaubstage. Obwohl, allzu viel ist dort eh nicht passiert, weswegen sich die Augestaltung recht einfach gestaltet. Also …
Neben dem Erkunden der Stadt Wernigerode nebst malerisch anmutendem Schloss sowie dem Genuss der herbergeeigenen Annehmlichkeiten fassten wir uns ein gezieltes Tages-Vorhaben: die Erklimmung das Brocken. Mitteldeutschlands höchste Erhebung sollte bezwungen werden, bar jeder Gefahren und wilder Tiere, die unseren Weg kreuzen würden. Wir waren hoch entschlossen und bereit zum losmarschieren … das heißt, erstmal ging es mit dem Auto los. Dem Vorschlag meiner Freundin, die Strecke auch per Fußmarsch überwinden zu können, wieß ich schnell von der Hand. Der Berg an sich würde uns schon fordern, da wollte ich nicht in den letzten Atemzügen und zu Beginn der Dunkelheit am Fuße ankommen, nur um mir dann noch den Anstieg an zu tun. Uns als absoluten Wander-Anfängern sei das doch gegönnt, oder?!
Es ging also früh los, nach 15 minütiger Autofahrt waren wir am Zielparkplatz. Dumm nur, das wir kein Kleingeld für den Automaten dort hatten – und die einzige Gaststätte dort erst in knapp 2 Stunden aufmachen würde! So hieß es, sich durch die Schaaren an neu ankommenden Rentnern nach Kleingeld durch zu fragen. Immerhin hat sich dann der Mercedes-Fahrer, der uns in einem gewagten Überholmanöver hierhin ganz schön verärgert hat, als unsere Rettung erwiesen. Schön, dann konnten wir jetzt los, ohne Angst vor den Harz-Politessen.
Der eigentliche Aufstieg war, um es kurz zu sagen, anstrengend. Anstrengend aus der Hinsicht, das meine Freundin 2 bis 3 Mal das “Ich kann nicht mehr weiter”-Dilemma aufspulte. Hatte ich erwähnt, das SIE den Aufstieg im Vorfeld für nicht so schwer hielt? Mich hätte da ja schon die Route “Steiler Anstieg” gereizt, doch in Erwägung der Umstände entschieden wir uns für die leichte Strecke. Die Asphalt-Abschnitte gingen am Meisten auf die Knochen … nicht auszudenken, was die armen Pferde, die hier tagtäglich Kutschen mit dickbäuchigen Touris hochkarren, für Schmerzen haben mussten.
Nach 1,5 Stunden in malerischer und teils unberührter Natur kamen wir endlich am Gipfel an. Kalt war es dort oben, so dass wir unsere im Laufe des Aufstiegs abgelegte Kleidung schnell wieder anzogen. Eine knappe Stunde verweilten wir dort, länger lohnte es für uns kostenbewusste Bürgerlein nicht. Eine Bratwurst samt Glüwein, Besuch des Besucherzentrums, einmal rundrum gucken und feststellen, das “weit weg im Norden” gleich aussieht wie “weit weg im Süden” sowie sich vor einem großen Stein stellen (dessen Bedeutung mir gerade entfallen ist) und sich fotografieren zu lassen – so sah unser Tag da oben aus. Nichts was in die Analen der Geschichte eingeht, aber schön.
Runter kamen wir wieder per Fuß. Es gab zwar noch den “Ich ziehe euch allen das Geld aus meiner Tasche mit meinem Tuuuut-Tuuut”-Express von der Spitze, doch sprachen die knapp 30€ pro Nase für eine einfache Fahrt (1 Station) doch eher dagegen. Das Komische an unserem Abstieg war allerdings, das wir nur gute 10-15 Minuten schneller waren, als beim Aufstieg. Ich frage mich noch heute, worin die Differenz liegt: Zeitloch? Dimmensionsriss? Kobolde, die uns während unser kleinen Verschnaufpausen unbemerkt wieder nach oben trugen? Wer eine Antwort hat (Herr von Dänicken, vielleicht Sie?!) bitte melden per held@paarsinn.de .
Ankunft im “Hasseröder Ferienpark”
9. September 2010
Wie “Hasseröder”? Richtig gelesen, der Park heißt so wie die Biermarke. Aber er hat damit doch bestimmt nur indirekt was zu tun, oder?! FALSCH! Zwar liegt das Gelände in der Nähe des ehemaligem Statdteils Hasserode, doch zeichnet ein übergroßer, aus dem Fernsehen bekannter Auerhahn an der Stirnseite des Hauptgebäudes schnell ein anderes Bild. Die Brauerei stellt also nicht nur Bier her, sondern übt sich auch in dem Ferienpark-Millieu. Wieder was gelernt, wow. Macht sich sicher gut um in geselliger Bierrunde einen auf dicke Hose zu machen…
Im Ernst: Was jetzt vom Namen her klingen könnte wie eine zweckmäßige Absteige, wurde in der Realität zum wiederholten Male von Neckermann-Reisenden in die Liste der 100 besten Hotels in Deutschland gewählt. So war es nicht verwunderlich, das neben dem überaus netten Empfang auch die Zimmer sowie die tolle Umgebung überzeugen konnten. Selten habe ich ein derart gepflegtes Gelände gesehen.
Neben dem Hauptgebäude, in dem neben einem Vergnügungsbereich mit Bowlingbahn, Sportraum, Schwimmbad und Sauna auch einige Ferienwohnungen lagen, bildeten etwa 40 – 50 Häuser die geräumige Anlange. Wir waren im zweiten Stock des Hauptgebäudes untergebracht, und belegten eine hübsche Maisonette-Wohnung mit Ausblick auf den Brocken. Dieser zeigte sich jedoch oft sehr scheu, da während unseres Aufenthaltes stets ein dicker Nebelbrei die Spitze verbarg. Egal, im weiteren Verlauf unseres Kurzurlaubs wollten wir eh nochmal “persönlich” dorthin.
Am ersten Tag unternahmen wir nicht mehr allzuviel, da die Autoreise nebst Erkundung der Anlage viel Zeit und Kraft kosteten. Wir schafften es gerade nochmal so, einen ersten Wanderversuch in die nähere Umgebung zu starten, bis uns die aufkommende Dunkelheit einen Strick durch die Rechnung machte. Aber das machte nichts, denn schließlich hatten wir so einen guten Grund, den Abend im Schwimmbad ausklingen zu lassen. Zwar vermochte es mich mit der relativ spärlichen Ausstattung nicht wirklich überzeugen, doch hatte immerhin meine Freundin mit der stockdunklen Rutsche ihre pure Freude.
Negativ fielen nur die vielen Jugendlichen auf, die laut grölend am Beckenrand entlang liefen und sich mit Wasserkämpfen imponieren wollten. Ich machte mir schon Sorgen, die jungen Gäste hätten den Wellness-Bereich hier mit kostenlose Singlebörse verwechselt … doch es stellte sich herraus, das dies allesamt Auswahlspieler der Jugendhockey-Nationalmannschaft aus Deutschland waren, die das Hotel als Freizeitort während der gerade stattfindenden Weltmeisterschaft (oder war es die Europameisterschaft?!) zugewiesen bekamen.
Naja, immerhin überschnitt sich ihr Wasseraufenthalt über die Tage hinweg nicht immer mit unseren. Das wäre die pure Qual gewesen! So ging unser erster Tag mit 2 wichtigen Erkenntnissen zu Ende: Hasseröder kann doch mehr als Bier und Hockeynationalspieler sind doch verpickelter, als man sich vorstellen kann. Morgen gehts auf in die Innenstadt von Wernigerode – bis dahin gute Nacht!
Kleiner Abstecher nach Bad Harzburg
9. September 2010
Wir haben die Fahrt doch tatsächlich heil überstanden, das Fernfahrer-Glück war uns hold. Doch bevor wir unser Zimmer in einem Wernigeroder Ferienreservoir beziehen durften, mussten wir jetzt noch irgendwie 3 Stunden Zeit totschlagen. Welch ein Glück, das wir noch keinen Hunger hatten – so viel die Option Mittag essen schonmal weg. Wir entschieden uns deswegen, noch nicht direkt zum Zielort zu fahren sondern ein Örtchen, etwa 20 Kilometer davor zu besuchen: Bad Harzburg.
Die Entscheidung, uns die Füße durch einen kleinen Spaziergang zu vertreten, war eine Gute. Das Städtchen mit seinen vielen kleinen Läden machte zwar einen sehr touristenbezogenen Eindruck, doch glich dies mit der Naturverbundenheit und den historischen Gebäuden aus. Auch das der Altersdurchschnitt der dort flanierenden Leute um die 70 gewesen sein muss, stieß uns nicht weiter auf. Darauf musste man sich ja schon innerlich einstellen, denn das Wort “Harz” kommt nicht selten im gleichen Atemzug wie “Renterparadies” vor. Nach gut 30 Minuten stellte sich danke der frischen Luft auch der Hunger wieder ein, etwas Regionales sollte jetzt auf den Teller. Neben diversen Griechen, Asiaten, Italienern gab es zum Glück auch ein Kartoffel-Restaurant. Die Wahl fiel nicht schwer…
Ich bin zwar kein Kundiger, was den mengenmäßigen Verzehr von Mahlzeiten im Mittelgebirge ist, aber das was wir zu Essen bekamen, hätte für noch 2 weitere Personen gereicht. Die Kochprofis aus dem Fernsehen hätten mit Sicherheit einen FauxPas nach dem nächsten gefunden, doch mir war das egal. Ich wurde satt und konnte zu meiner Freude fesstellen, das das ansonsten so teure Duckstein-Bier hier zum gleichgünstigen Preis wie ein Radeberger angeboten wurde. Ich hätte auf eine regionale Spezialität gewettet … wenn ich nicht wüsste, das Duckstein ein köstliches Bier des Nordens ist.
Das unspektakuläre Mittag blieb fast als Einzigstes von unserem dreistündigen Aufenthalt im Gedächtnis haften. Was aber eindeutig den Vogel abschoss, war die Skulptur auf dem zentralen Marktplatz. Schick sah Sie aus, mit einem lyrischen Spruchband um den Sockel … und einer mehr als auffälligen Fehlerkorrektur. Angenommen, man würde auf einer Tafel einen Schreibfehler entdecken, was würde man machen? Variante a) Den alten Schriftzug aushobeln oder auffüllen und neu ansetzen. Variante b) Alles so lassen und hoffen, den Fehler mögen nur wenige Leute bemerken. Doch was macht man in Bad Harzburg stattdessen? Richtig, man korrigiert den Fehler in goldener Farbe und Einschiebezeichen, aufdass man das Meisterwerk schon von Weitem bewundern kann. Ein Geniestreich. Abfahrt!
Die Fahrt zum Harz
9. September 2010
Heut war es dann soweit: in den frühen Morgenstunden noch das letzte Gepäck verstaut, schnell zur Tanke dem guten Auto ein kräftiges Frühstück in Form von langkettigen Kohlenwasserstoffverbindungen gegönnt und ab ging die Post. Die Autofahrt war mit knapp 2 Stunden wohlkalkuliert, denn was sollte auf den Weg ins Bergland schon im Wege sein?! Schließlich waren keine großen Ferien mehr und der ein oder andere Holländer-Wohnwagen würde ja auch nicht stark ins Gewicht fallen. Doch womit wir leider nicht gerechnet hatten: LKWs! Nicht die Tatsache, das sie unter der Woche fuhren machte uns zu schaffen, eher die Art und Weise, wie sie teilweise mit ihren tonnenschweren Lasten über die deutschen Autobahnen manövrierten. Du musstest immer auf der Hut sein, ob nicht im nächsten Augenblick einer dieser dicken Saurier plötzlich in deine Spur ausscherte, nur weil der den noch trägeren Riesen vor sich überholen wollte.
Da bekommt man es rasend schnell mit der Angst zu tun, denn ohne Weiteres mit dem eigenen Auto ausweichen geht ja auch nicht. Die Überholspur wird nämlich viel zu gern von übermotorisierten Dränglern missbraucht, die pfeilschnell aus dem rückliegenden Horizont auftauchen und quasi eine Sekunde später neben dir die Schallmauer durchbrechen. Da ist es dann kein Vergnügen, wenn man Ihnen im Zuge des Ausweichmanövers im Wege steht. Aber noch schlimmer als sich überholende Brummis, sind LKW-Überholungen eines bereits stattfindenden Überholvorgangs – Wahnsinn! Es steigt nicht nur die Unfallgefahr in exorbitantem Maße an wenn 3 Spuren von LKWs besetzt sind, auch die eigene Geduld wird schnell auf eine harte Probe gestellt. Sowas möchte man nicht oft miterleben, vor allem nicht wenn man sich innerlich schon im Urlaub befindet.
Mir kommt es beinahe so vor, als würden sich die Trucker denken “Ich hab den Dickeren, als hab ich Vorfahrt“. So rücksichtslos wie da oft einfach rübergefahren wird, auch wenn man den Vodermann nur mit 2 km/h Unterschied überholen kann, ist einfach bedrohlich für den nachfolgenden Verkehr. Recht haben Sie ja, das ihr Gefährt das eines Ottonormal-Pkw-Fahrers in jedem Fall zerquetschen würde. Aber ob das wirklich das Anrecht auf aggresive Fahrweise sichert, wage ich zu bezweifeln… denn heldenhaft ist das nicht.
Erstmal Urlaub machen!
8. September 2010
Viel Zeit für die Aufgaben eines echten Helden bleibt nicht – denn Urlaub steht an. Nicht das ich mir freiwillig ausgesucht hätte, im regen- und wolkenreichen September meine freie Zeit im Mittelgebirge zu verbringen. Doch was tut man nicht alles, um dem fremdwortgeschwängerten Geplapper von schmalbrüstigen Halbpubertierenden aus dem Weg zu gehen beziehungsweise dem Ansturm der Eltern samt plärrendem Nachwuchs fern zu bleiben. Meiner Meinung kann man als Normalsterblicher im Sommer keinen Urlaub machen, es sei denn man bucht seine Unterkunft im tiefsten Allgäu oder im ukrainischen Tiefland. Da hat man dann zumindest eine reelle Chance, ungestört zu bleiben und sich zu entspannen.
Oder man legt seinen Urlaub eben in den frühen Herbst, wenn alle Schulranzen wieder geschürt sind und Kinder nebst Eltern zu Hause bleiben müssen – Schulpflicht sei Dank! Zwar vermiest einem der frische Herbstwind die Bräunungskur am Strand der Ostsee, doch läd er durchaus zum entspannten Wandern ein. Egal ob Ostsee oder Steiermark, Sommer oder Winter: wandern oder spazierengehen geht immer. Deswegen haben meine Freundin und ich entschieden, unseren Urlaub dieses Jahr im Harz zu verbringen. Da haben wir Berge und schöne Altstädte und zur Not ließe sich unsere sommernachhängende Badesucht im hotelintegrierten Wellnessparadies befriedigen. Morgen geht die Reise los. Bin gespannt, ob unsere Wahl wirklich eine gute war…
Hinweis: Held ab jetzt im Urlaub. Weltprobleme bitte warten (oder den Anrufbeantworter benutzen)!
Über allen Dingen
31. August 2010
“Ein Blog soll geboren werden, über all die Dinge zu sprechen, die Gehör finden sollen. Egal ob Beziehung, Tierwelt, Natur oder digitale Medien – der Schöpfer des Blogs soll über allen Dingen stehen und sich der Kraft der Worte bedienen, um auf sich aufmerksam zu machen. Wahrheit ist nur das, das von allen als Wahrheit akzeptiert wird. Folge diesen Worten und du wirst Macht erlangen, die Welt der Blogger neu zu schaffen …”
… sprach die Katze auf dem Dach und verschwand mit funkelnden Augen im Dickicht des Unterholzes. Hatte dieses haarige Geschöpf etwa mit mir gesprochen? Meinte sie Ich, der unbedeutende Junge vom Lande, solle dem Ruf Folgen und das Schicksal der Welt ändern?! Keine Ahnung ob es an der Rhetorik der Mieze oder meiner der Hitze zu verdankenden Dehydration zuzuschreiben ist, aber ich nehme die Wahl zum Helden an!! Einer muss es ja schließlich machen…








